Karin Engelbrecht verteidigt WM-Titel19 Mrz
AC-Heberin trägt sich zum vierten Mal als Weltmeisterin ein
Bratislava (Slowakei) als Ausrichter der 8. Weltmeisterschaften der Masters-Bank-drücker ist eine sehenswerte Stadt. Die Veranstalter hatten auch für ein entsprechendes Beiprogramm gesorgt. Doch solange die Athleten ihren Wettkampf nicht hinter sich hatten, blieb die Kultur auf der Strecke. So spielte sich das Bankdrückleben der über 300 Akteure doch größtenteils in der Sporthalle neben dem Inter-Stadion ab.
Die Frage nach einer möglichen Titelverteidigung in der AK II/ Klasse bis 52 kg wurde für Karin Engelbrecht zum Teil bereits in der Mannschaftsführersitzung am Abend davor behandelt, als der japanische Delegationsleiter bekannt gab, dass die Weltrekordhalterin Yoshida Hisako nicht wie gemeldet in der Klasse bis 52 kg sondern bis 56 kg starten werde. Nachdem Hisako bereits zweimal gegen die Europarekordhalterin aus Bayreuth verloren hatte, war klar, dass es die Japanerin auf eine dritte Machtprobe nicht ankommen lassen wollte. Endgültig geklärt war die Frage nach dem Abwiegen vor dem Wettkampf, als die Japanerin auf 55 kg kam, während Karin Engelbrecht mit 50 kg von der Waage stieg.
Damit war die Titelverteidigung nicht mehr die spannende Angelegenheit wie im letzten Jahr, als die AC-Heberin einen neuen Europarekord zum Titelgewinn benötigte. Spannung kam in der Klasse bis 52 kg beim Kampf um die Silbermedaille auf, auf die sich gleich drei Heberinnen Hoffnung machen konnten. Letztlich waren es Körpergewichtsentscheidungen, denn alle drückten 70 kg. Diane Nelson (USA) und Francoise Heligon (Frankreich) schnappten Bernadette Andreani die Medaillen weg.
Karin Engelbrecht konnte diesen Wettkampf gelassen angehen. Sie reduzierte deshalb auch ihr Anfangsgewicht von 85 kg auf 82,5 kg und hatte mit diesem Sicherheitsversuch den Titel bereits in der Tasche. Im zweiten Versuch schob sie problemlos 85 kg auf die gestreckten Arme, ehe sie in ihrem letzten Versuch es an Konzentration mangeln ließ und bei 87,5 kg Hilfe in Anspruch nehmen musste.
Ähnlich erging es auch Yoshida Hisako, die die Klasse bis 56 kg mit ebenfalls 15 kg Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen genauso souverän gewann. Wie der „Länderkampf“ Deutschland gegen Japan ausgegangen wäre, wenn die Japanerin 5 kg weniger auf die Waage gebracht hätte und in der Klasse bis 52 kg gestartet wäre, darüber kann man nur spekulieren. Im Vergleich der Relativleistungen war Karin Engelbrecht mit 107,72 Punkten gegenüber den 107,37 Punkten der Japanerin erneut einen Tick besser.
Mit dem Titelgewinn steuerte die AC-Heberin auch noch 12 Punkte für die Teamwertung bei, die die Frauenmannschaft mit 125 Punkten deutlich vor den USA mit 89 und Japan mit 86 Punkten gewann.
